Lackierers Leid

WundeWas war dass noch für eine Wertarbeit vor 20-30 Jahren oder noch früher ?! Da war die Karosserie noch hart wie Kruppstahl, nicht so ein Weißblechzeugs wie jetzt. Ein Hauch von nichts finde ich an Frauen toll, aber nicht an den Autos. Bei den heutigen Karren darfst Du dich nirgends anlehenen, sonst ist da sofort eine Delle drin. Der Name Stoßstange existiert schon nicht mehr, dass heißt nun Stoßfänger, ist meist in Wagenfarbe lackiert und darf nicht den geringsten Kratzer aufweisen. Es wurden sogar Keramikklarlacke entwickelt, die die typischen holographischen Schlieren nach der vollautomatisierten Waschanlage verringern sollen. Es funtioniert tatsächlich, nur ist der Lack dermaßen hart, dass die Lackreparatur nach einem Unfall Zeit- und Kostenintensiver ist. Also wurde reagiert und die Beigabe der Keramikpartikel reduziert. Zwei Schritte vor, einen zurück…

Um das Titelbild anzusprechen, solche Verletzungen häufigen sich. So lange kein Staub/Dreck reinkommt, ist es nicht weiter schlimm. Ok, mit Farbe oder Verdünnung sollte man auch nicht in Berührung kommen, dass unangenehmt sehr ) und die Inhaltsstoffe gelangen, schneller als über die Schleimhäute, in den Körper. Die Sicherheitsvorschriften haben sich auch verschärft. Durch die neuen VOC-Richtlinien (VOC=flüchtige organische Verbindungen, dass sind im wesentlichen Lösemittel) wird der Anteil der Lösemittel in den Lacken neu vorgeschrieben. Dadurch werden konventionelle Basislacke durch Wasserbasislacke ersetzt. Hört sich gut an oder? Der Umwelt tuts allemal gut. Nur ists grausig zu verarbeiten. Egal, zurück zum Bild.

Die häufigsten Schnittverletzungen ziehe ich mir an Kotflügeln und Motorhauben zu. Die innenliegenden Kanten sind meist sehr scharf. Meine Fingerabdrücke verändern sich durch die vielen Schnitte so schnell, dass die bei der Polizei registrierten schon nach 2 Tagen wertlos sind D

Trotz alle dem liebe ich den Beruf des Lackierers. Es beinhaltet alles was ich mir unter einem Traumjob vorstelle. Perfektion und Kreativität. OK, es gibt ne Menge Werkstätten, denen Perfektion ein Fremdwort ist. OK, kommt auch drauf an, wieviel der Kunde bereit ist zu bezahlen.

Oder was gibt es schöneres als einen Oldtimer von Grund auf zu restaurieren? *schwelg*

So long…

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Datum: Mittwoch, 16. Januar 2008 21:49
Themengebiet: Job Trackback: Trackback-URL
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